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Pogopunklife -
wie überlebt man mit No Future
Erstmal: No Future interpretier ich mit: "Lieber jetzt leben" - aber das heißt nicht, daß man völlig ziellos ist - sonst würde es kein Asipunker je zum Konzert geschafft haben. Man sieht - selbst die planlosesten Leute planen was. Es geht eigentlich darum, die Sicherheitsparanoia und die Predigt von den Altvorderen "Was wird aus dir werden?" (gemeint ist Geld und Sozialstatus, keinesfalls die Person) zu überwinden.
Wieviele einstige Weggefährten sind nicht schon der Future-Paranoia auf den Leim gegangen und fristen nun das Leben als jammernde Arbeitsroboter in einer Fesselpartnerschaft.
Das Recht auf Rausch
Leichte natürliche Drogen wie Hanfprodukte, Pilze, Bier und Wein kann man wenigstens jeden Feiertag (jeder Tag ist Feiertag) genießen. Eine andere Sache ist die: Flucht vor der Zukunftsparanoia durch Nutzung schwerster Drogen (aha, der moralische Zeigefinger!). Also Hochprozentalk, Morphine, Aufputschdrogen und anderer Chemokram. Die Einnahme der Hardcoredrogen als Gewohnheit führt dazu, daß man nicht mehr selbst sein Leben in der Hand hat und ein leichtes Opfer für Bestrafungs- und Rückführmaßnahmen wird - aber so hat man sich das freie Leben (in Knast, Psychiatrie...) auch nicht vorgestellt. Wenn man erst mal das Vollwrack ist, hat die gute Gesellschaft Euch wieder total an den Eiern/stöcken, und ihr seid wieder zurück im wehrlosen Kinderstatus. Jeder hat natürlich andere Belastungsgrenzen, aber bei vielen führten die Drogenexperimente voll zur Endstation. Das war also die versteckte Moralecke - und das von einem Kampftrinker wie mir. Hahaha.
Das nächste Thema, das man bei Straight Edgern etc. vermutet, aber offenherzigerweise gebe ich auch hier meinen Senf zu ab:

Gesundheit: Körperkultur und Ernährung
Um die ganzen Drogen wieder auszuschwitzen, reichen die ganzen Pogokonzerte und ficken nicht aus. Überhaupt sind Punks und Co immer von Nazis und anderen Flachwixern bedrohte Gestalten. Also was bietet sich mehr an als Kampfsport. In jeder Stadt gibt heute schon lockere Vereine, die nicht so Japankoreamilitär sind. Vor allem ist das Spektrum der Kampfkünste um das Vielfache erweitert worden. Es gibt z.B. Capoeira, Savate und lustige Mischtrainings. Wenn nix paßt, selbst einen Verein gründen. So habt Ihr immer die Atmosphäre in Eurer Hand. Gründet Trainingsgemeinschaften! Man braucht keinen Meister, schon gar nicht als Punk und Zecke. Oft habe ich leider gesehen, daß die größten Autonomen ihr Kampftraining verbiesterter gesehen haben als jeder Wehrsportnazi. Wo bleibt da der Spaß?

Und jetzt meine persönlichen Gesundheitstips: Haha. Also Fleischessen will ich niemand verbieten. Wir leben in einer Klimazone, wo man viel Wärmeenergie braucht (nicht so wie in Indien und Californien, wo die ganzen Gesundbeter ursprünglich herkommen). Thema Spiritualität vs. Fleisch. Wenn das wahr wär, daß Fleisch schlecht fürs Karma wär, dann wären z.B. Naturvölker wie Eskimos (99% Fleischverzehr), Indianer etc. die stumpfesten Vollprolls, obwohl sie doch sooo tolle Schamanen haben. Chinesische und japanische Zen-Meister wären nicht so erleuchtungsfähig (was man immer darunter versteht/nicht versteht). Also Fressen was Spaß macht. Aber Aufputschdroge Kaffee ist das volle Leistungsterror-Nervengift. Grüner Tee ist viel gesünder (gut gegen Krebs, Karius und Baktus). Dasselbe gilt fürs Zigaretterl rauchen - aber wie oft haben es Raucher versucht, aufzuhören - und fragen sich: Warum eigentlich? Kiffen soll ja auch so gesund sein. Ah ja, Lebensmittel mit Konservierungsstoffen - aber gerade die schmecken so geil wegen den Geschmacksverstärkern, naja lassen wir das Thema Ernährungskunde.

Partnerschaft und Sex
Der sexuelle Trieb ist einer der stärksten - wir Viecher. Irgendwie führt Sehnsucht nach ständiger gewohnheitsmäßiger Geborgenheit dazu, daß wir feste Partner suchen - Psychologen (moderne Priester einer pseudowissenschaftlichen Sekte) behaupten, nur in einer festen heterosexuellen Partnerschaft liegt die Möglichkeit einer positiven Persönlichkeitsentwicklung. Positiv deswegen, weil sich dann der Kindersegen einstellt und sich damit die Kleinfamilie als kleinste Zelle des Staats leicht beherrschen läßt.

Okay, aber wo ist der Ausweg? Macht Eure Partnerschaft, Kind meinetwegen, aber stayts wild und nehmt das Sicherheitsdenken nicht zu ernst, sonst kommt Ihr noch zum "Damit es unsere Kinder einmal besser haben". Jugendrente her - der Tod holt Euch und Eurer Baby auf jeden Fall! Aber wann ist die Todeszeit - tja, man kann vorsorgen, vorsichtig sein, aber wissen tut man/frau/kind/tier es nicht. Selbst im Airbagmercedes kann man als Yuppiefamilie verbrennen und der dreckige Asoziale lebt 90 Jahre, trotz Rauchen, Saufen und Scheiße an den Wänden.

Die Punkszene im Wandel der Zeiten
Seiner eigenen Nase folgen und nicht in Fremdbestimmung leben, das ist der Pogoweg. Was ist eigentlich die eigene Nase? Ihr werdet sie in Euren persönlichen Krisenzeiten am besten sehen. Womit ich das Thema Drogenverblödung nochmal flach von der Seite anschneide: Wenn man gar nichts mehr mitkriegt vor Dröhnung, nicht mal seine eigenen tiefsten Wandlungen, dann hat man sich in einen statischen Zustand betoniert. Mit einem bißchen Bewußtsein wird man immer erfahren, was für einen das Beste ist. Man muß immer in sich hineinhören - doch halt: Hippiegefahr!

Ein Großteil der alten Punkrocker hat sich in den dunklen Jahren der Punkzeit 1986-94 spiritueller oder kreativer Studien gewidmet - plaudere ich hier mal so aus. Also all diejenigen Punks die heute noch engagiert und offen sind. Bei manchen ist es jedoch in einer esoterischen Sackgasse geendet. Ein Beispiel dafür, daß alles ohne den rechten Drive im Fiasko enden kann. Nämlich wenn man die Waage zum Heiligen-Bimbambtum zu stark ausschlagen läßt und seine freiheitlichen, wilden und unbequemen Züge vernachläßigt, ja geradezu verleugnet ("Ich? Punkrocker? Naja, Jugendsünden").

Das ist dann genauso entrückt wie spießiges Bürgerleben. Dann seid Ihr nicht viel besser als die Ex-Punks, die sich in Spießer verwandelt haben und sich wegen ihrer Wesensunterdrückung umbringen - bewußt (Selbstmord) oder unbewußt (Psychosomatik).

Finanzen (der sicherste Weg, Euch zu Löffeln zu machen)
Aber wie sollen wir uns finanzieren, wenn mal die Finanzierung durch die Eltern und den Staat aus ist? Und doch: Nie wieder Arbeit!

Jammert nicht rum. Ich bin doch nicht Euer Kindermädchen!

Solange man eine Schulter hat, wird man dort irgendwelche Fetzen draufhängen können, und solange man ein Maul hat, gibts auch was zu fressen - gerade hier in Mitteleuropa. Dann spielt Ihr nicht mehr die Outlaws, dann seid Ihr es. Also scheißt Euch nicht in die Hosen vor Angst, wo die Kohle herkommen soll. Das ist auch Pogo - nicht nur ein Gehüpfe zur schnellen Musik, sondern ein Strom von Freiheit, den es seit Anbeginn der Menschheit gibt, hahahahahahahahahahahahaha!

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